B-Wurf FLEUR DE BERLIN – Der Geburtsbericht

Es war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, dem 03. Juni 2026, gegen 03:20 Uhr, als Charlie uns das erste Mal wissen ließ, dass es bald soweit sein würde. Sie weckte uns, stand eine halbe Stunde lang neben dem Bett und hechelte und legte sich dann doch wieder hin. Wir versuchten, noch etwas zu schlafen.

Am nächsten Morgen, dem 04. Juni, zeigte das Thermometer 37,4 °C, ein klares Zeichen, dass Charlie in der Öffnungsphase angekommen war. Das Hecheln begann erneut, und diesmal hörte es nicht mehr auf. Ich rief sofort unsere liebe Annerose Günther von Ann-Chateau an, Charlies Züchterin, und sie setzte sich, ohne zu zögern, ins Auto und legte über 300 Kilometer zurück, um bei uns zu sein. Nicht zum ersten Mal, schon beim A-Wurf war sie an unserer Seite. Diesen selbstlosen Einsatz werden wir ihr nie vergessen.

Riesenschnauzerhündin KISS ME CHARLOTTE VON ANN-CHATEAU kurz vor der Geburt ihres B-Wufes im Zwinger von FLEUR DE BERLIN

Bis zu Anneroses Ankunft nutzte Charlie die Zeit auf ihre ganz eigene Art: Sie wühlte in der Wurfkiste, wollte immer wieder in den Garten, fraß gar nichts mehr und fand keine ruhige Position, bei dem Bauch auch kein Wunder. Als Annerose ankam, erkannte Charlie sie sofort und freute sich sichtlich. Das sonnige Wetter nutzten wir noch für eine ruhige Runde im Garten und Charlie spielte sogar noch ein bisschen mit ihrer Tochter Alizée von FLEUR DE BERLIN, als wäre dieser Tag ein ganz gewöhnlicher.

Aber das täuschte. Denn was folgte, war eine lange, zermürbende Wartezeit voller Anspannung. Charlie war rastlos, immer in Bewegung, immer unruhig, immer kurz davor, und dann doch nicht. Hecheln, Wühlen in der Wurfkiste, nach draußen wollen, wieder rein, wieder hecheln. Man wartete ständig auf den Moment, der einfach nicht kommen wollte. Jede Stunde, die verging, war eine Stunde voller Erwartung, durch den Abend, durch die Nacht. Und dann, irgendwann, suchte sich Charlie ihren Platz ganz selbst aus. Sie lehnte sich mit dem Rücken ans Sofa, genau zu unseren Füßen und mit der ersten Presswehe war klar: jetzt ist es soweit. In die Wurfkiste war sie nun nicht mehr zu bewegen. Dieser Platz war ihrer, und dabei blieb es. So kam Herr Dunkelgrün um 04:43 Uhr als erster B-Welpe von FLEUR DE BERLIN auf die Welt, in Hinterendlage, 456g schwer. Mehr als 24 Stunden nach den ersten Anzeichen, aber er ließ sich nicht hetzen.

Von da an kamen die Welpen in schöner Regelmäßigkeit. Miss Pink folgte um 05:02 Uhr in Hinterendlage mit 419g. Herr Hellgrün kam um 05:23 Uhr in Vorderendlage mit 486g. Um 06:16 Uhr war Herr Gelb da, ebenfalls in Vorderendlage, mit 430g, und nur 14 Minuten später, um 06:30 Uhr, folgte Herr Dunkelblau in Vorderendlage mit 416g. Um 07:50 Uhr erblickte Miss Lila in Hinterendlage und mit 428g das Licht der Welt. Wir, Charlie, ich, Tim, Andrea und Annerose, waren längst ein eingespieltes Team.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter: Miss Rot kam um 10:40 Uhr in Hinterendlage mit 433g, gefolgt von Miss Orange um 13:14 Uhr in Vorderendlage mit 439g. Direkt im Anschluss, um 13:44 Uhr, folgte Herr Hellblau in Vorderendlage und schoss wie eine Rakete direkt in die Ecke der Wurfkiste. Zierliche 310g, aber dafür mit umso mehr Schwung. Manchmal hat es eben Vorteile, klein zu sein.

Nach mehr als 24 Stunden auf den Beinen, ohne richtigen Schlaf, und das mit über 70 Jahren, musste sich Annerose um 17 Uhr schweren Herzens auf den dreistündigen Heimweg machen. Wir sind ihr unendlich dankbar für alles.

Und dann passiert… NICHTS. Stundenlang.

Charlie kümmerte sich fürsorglich um ihre neun Welpen, schlief sogar mit Träumen, fraß ein wenig und wollte hin und wieder kurz vor die Tür. Keine einzige Wehe, kein Hecheln. Hätten wir nicht durch das Röntgenbild mit absoluter Sicherheit gewusst, dass noch zwei Welpen fehlen, man hätte meinen können, die Geburt sei längst abgeschlossen.

Nach Rücksprache mit unserer Frau Dr. Riege von der FU Reproduktionsmedizin, die uns die gesamte Trächtigkeit begleitet hatte, beschlossen wir gegen 19 Uhr, eine Tierarztpraxis in unmittelbarer Nähe aufzusuchen, um die Herztöne der Nachzügler sicherheitshalber prüfen zu lassen. Da die Praxis nur fünf Minuten entfernt war, ließen wir die neun Welpen zuhause und fuhren nur mit Charlie. Zehn Minuten später wussten wir durch Ultraschall und Röntgen, wie der Stand der Dinge war: Die Herztöne beider Welpen waren gut, aber einer lag leider in Vorderendlage mit dem Kopf nach oben, was die Geburt deutlich herausfordernder machen würde. Er müsste erst in die optimale Geburtsposition gedreht werden, damit er nicht steckenblieb. Wir fuhren wieder nach Hause.

Die nächsten Stunden passierte erneut nichts, wir mittlerweile seit weit mehr als 24 Stunden auf den Beinen, erschöpft bis auf die Knochen. Bis Charlie endlich wieder anfing zu hecheln und die erste Presswehe sichtbar wurde. Und dann ging es schnell: Der Welpe war bereits im Geburtskanal zu sehen, der Kopf gedreht, und da war er, Herr Grau, um 03:22 Uhr am 05. Juni, in Vorderendlage, 428g, gesund und da.

Natürlich hofften wir, dass der letzte Welpe nun direkt folgen würde. Aber es passierte nichts mehr. Um 08:00 Uhr morgens nahmen wir wieder Kontakt mit Frau Dr. Riege auf und diesmal fuhren wir mit Charlie und allen Welpen in die Klinik.

Charlie - KISS ME CHARLOTTE VON ANN-CHATEAU in der Preproduktionsmedizin der FU-Berlin

Der Ultraschall zeigte leider keinen Herzschlag mehr. Der Welpe musste dennoch geboren werden, weshalb ein wehenförderndes Mittel gespritzt wurde. Nach einer halben Stunde lag er im Geburtskanal und konnte von Frau Dr. Riege entbunden werden. Wir reanimierten ihn mit allem, was die Tiermedizin zu bieten hat, aber es war nicht zu machen. Ein trauriger Moment für alle, vielleicht auch deshalb, weil man noch einmal kurz Hoffnung geschöpft hatte. Um 09:30 Uhr nahmen wir unser kleines Sternenkind mit nach Hause.

Es waren anstrengende, fordernde Tage, und ganz besonders für Charlie, die einen unglaublichen Job gemacht hat. Die Geburt hat ihr alles abverlangt: nicht nur wegen der beeindruckenden Geburtsgewichte ihrer Welpen, sondern auch wegen der Ortswechsel und des damit verbundenen Stresses. Wir haben riesigen Respekt vor ihr.

Am Ende stehen zehn gesunde, prächtige Welpen, sechs Jungen und vier Mädchen, und ein kleines Sternenkind, das einen Platz in unseren Herzen hat.

Willkommen auf der Welt, B-Wurf FLEUR DE BERLIN. 🐾

 

B-Wurf FLEUR DE BERLIN – Der Geburtsbericht